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Aufstieg 2008

4. Juni 2008 | Von admin | Kategorie: Senioren, Topmeldung

Pressestimmen und Fotos:

Vom Haufen zur Einheit
Das Personalbuch von Landesliga-Meister und Westfalenliga-Aufsteiger TuS Dornberg

Die Zwillingsbrüder Alis und Adis bilden beim Landesligameister TuS Dornberg nicht nur die wohl beste Innenverteidigung der Liga, sind nach Willy Capsa die dienstältesten Spieler und gehören zweifelsohne zu den Führungspersonen im Team. Sie haben daher zweifelsohne das gute Recht, vorlaut zu sein. Unserer Zeitung stellen sie deshalb humorvoll, aber auch ernsthaft ihre Kameraden und den Betreuerstab des Westfalenliga-Aufsteigers vor.
Cihan Arslan: Unser Professor. Findet immer die richtigen Worte. Er ist der Motivator. Ansonsten im Tor der „Titan von Dornberg“.
Jens Hirsig: Der sympathischste Neueinkauf unseres Vereins der vergangenen Jahre. Für einen Norddeutschen hat er sehr viel Humor.
Piet Spilker: Hat zwei Gesichter. Beim Fußball auf dem Platz ist er sehr schweigsam, bei Feierlichkeiten dagegen eine Stimmungskanone.
Matthias Klein: Unser Pokerface. „Mattse“ denkt immer positiv. Für den Charakter der Mannschaft ist er unersetzlich.
Sebastian Block: Der zukünftige Doktor der Geschichtswissenschaft hat bessere Sprüche auf Lager als Harald Schmidt. Bringt sogar unseren Trainer zum Lachen.
Philipp Rösler: „Pipo“ ist das Gehirn unserer Mannschaft. Der künftige Spieler des SC Herford wird uns sportlich und menschlich sehr fehlen.
Ramazan Bas: Der kleine Mann wird in unserer Mannschaft auch „Seilspringer“ genannt. Möchte im Kopfballspiel gerne so gut werden wie Adis und legt dafür Sonderschichten ein.
Tolga Evcimen: Der Blondschopf kümmert sich bei uns um die Jungs, die ein Auto brauchen. Tolga kann einmal bester Autoverkäufer in Ostwestfalen-Lippe werden.
Mauro Fastellini: Er bringt 500 Prozent für die Mannschaft – besonders bei Feierlichkeiten. Gefürchtet sind seine weiten Einwürfe.
Dennis Stork: Obwohl er keine Sekunde gespielt hat, war er aufgrund seiner vorbildlichen Einstellung für das gute Klima im Team mitverantwortlich. Wir wünschen ihm beim SCB viel Glück im Tor.
Wilhelm Capsa: Ohne seinen Sohn Louis kommt er zu keinem Spiel. Unser ältester Kollege erlebt mit dem TuS Dornberg seinen sechsten Aufstieg.
Maik Götting: Maik lacht sich selbst bei Horrorfilmen kaputt. Geht mit dem Kopf sogar dahin, wo andere grätschen.
Colja Castillo: Der Neffe vom Sportdirektor ahmt gerne die aktuellen Frisuren von David Beckham nach. Verfügt über die besten Fußballschuhe der Liga.
Philipp Castillo: Coljas Bruder lernt begierig von den Älteren im Team. Ein schneller Mann, der es diesbezüglich sogar mit Mai Götting aufnimmt.
Marc Rohde: „Otto“ macht seinem Spitznamen alle Ehre. In seinem Ex-Verein Eichede hat man ihm Tränen nachgeweint. Auch wir werden den künftigen Wellensieker vermissen und wünschen ihm nur das Beste.
Tamer Canpulat: Hat sich nach einer schweren Operation wieder zurück ins Team gekämpft. Kommt zu unseren Spielen immer mit seinem Clan.
Sebastian Gräfe: Leider verletzte er sich früh. Deutet im Training sein Talent an.
Trainer Mirko Jerenko:
Der Quälix von Dornberg, der aber immer mit gutem Beispiel vorangeht. Einer der Fittesten im Team. Der Polizist und Familienvater hat aus einem untrainierbaren Haufen eine harmonische Einheit geformt.
Kotrainer Aykut Aydinel: Kotrainer und großer Bruder in Personalunion. Sein Einfluss auf die Leistungsstärke der Mannschaft darf nicht unterschätzt werden.
Physiotherapeutin Birthe Wilken: Die frisch gebackene Mama hat magische Hände und manche Wunderheilung vollbracht.
Betreuer Dietmar Mittwer: Der Mann mit den Pässen ist nie zu überhören. War als Fußballer angeblich besser als Hans-Werner Freese.
Sportdirektor Hans-Werner Freese: Der Big Boss hat alle Fäden in der Hand. Bei einer möglichen Heirat von Adis ist er schon jetzt als Trauzeuge gebucht.
Betreuer „Ricki“ Höhle: Das Dornberger Urgestein kümmert sich liebevoll darum, dass wir immer saubere Trikots haben.
Betreuer Thomas Nottebrock: Ein ganz wichtiger Koordinator und wichtiges Vorstandsmitglied. Zu ihm gehen wir Spieler gerne mit unseren kleinen und großen Wünschen.
Alis über Adis Hasic: Mein um fünf Minuten älterer Bruder ist mein großes Vorbild. Ohne ihn läuft in der Mannschaft nichts. Er ist bester Kopfballspieler in Ostwestfalen-Lippe.
Adis über Alis Hasic: Ich würde lieber in einem fahrenden Lkw laufen, als mit ihm in einen Zweikampf zu gehen. Ich war zwar bei der Geburt schneller, dafür hat Alis eher geheiratet.

Feiern mit gebremstem Schaum
Dornberg bleibt nach Erreichen des Saisonziels gelassen

Bielefeld. Glücklich und mit einem breiten Lächeln auf den Lippen verließ Annette Köhne, Vorsitzende des TuS Dornberg, zusammen mir ihrem Mann und Stadionsprecher Andreas sowie Söhnchen Leo den Sportplatz in Dützen. „Der Aufstieg tut dem ganzen Verein, auch den Jugendabteilungen und dem Breitensport, den wir hier betreiben, sehr gut“, meinte sie und fuhr anschließend nach Babenhausen, wo im Restaurant Lindos ein dem Anlass entsprechendes Festmahl anstand. „Später haben wir noch im Plaza weiter gefeiert“, berichtete Spieler Alis Hasic. „Es hielt sich aber alles in Grenzen, schließlich mussten viele gestern arbeiten oder zur Uni gehen.“
Dabei wurde der VfB Fichte nicht vergessen, ohne dessen großartige Unterstützung beim 3:3 gegen Union Minden der Aufstieg nicht möglich gewesen wäre. „100 Liter Bier sind schon jetzt versprochen“, richtete TuS-Kapitän Cihan Arslan ganz spezielle Grüße an die Kollegen von der Rußheide.
Glücklich, aber auch sehr nachdenklich beging Hans-Werner Freese, zusammen mit Trainer Mirko Jerenko Architekt der Dornberger Mannschaft, den großen Tag. Viel Arbeit war nötig, um das Ziel Aufstieg zu erreichen. „Der Job war und ist kaum zu schaffen. Deshalb suche ich auch händeringend einen Assistenten, der mir zur Seite steht“, gab Freese so etwas wie eine Bewerbungsanzeige auf. Nicht vergessen wollte der Sportdirektor einen Mann, dem der Verein viel zu verdanken habe: „Ohne die finanzielle Hilfe von Hartmut Ostrowski, unserem zweiten Vorsitzenden, wäre das alles nicht zu realisieren.“ Damit meinte er nicht nur den Aufstieg, sondern auch die Infrastruktur des Vereins mit dem tollen Kunstrasenplatz.
„Mit einer Steigerung der Ausgaben um 10 Prozent müsste das Projekt Westfalenliga zu schultern sein“, blickte Freese schon einmal nach vorne. Die Mannschaft für die kommende Saison stehe, wobei allerdings noch händeringend nach einem Torjäger gefahndet werde. „Da brauchen wir dringend Verstärkung. Was wir in den letzten Spielen versiebt haben, ist schon erschütternd“, mahnte auch Trainer Mirko Jerenko am Tag nach dem Aufstieg an. „Gute Leute zu bekommen, ist aber schwer. Mit Vereinen wie zum Beispiel Wiedenbrück können wir finanziell nicht mithalten“, so Jerenko weiter. Bis jetzt stehen nur die Zugänge Jochen Pape und Serhat Acikdilli vom FC Türk Sport sowie Sebastian Klaßes (SV Enger-Westerenger) fest. Dazu kommt ein Torhüter namens Demir von der Spvg. Beckum. Verlassen werden den Verein Philipp Rössler (SC Herford) und Dennis Stork, der demnächst das Tor des Kreisliga A-Aufsteigers SCB 04/26 hüten wird.
Friedhelm Spey, Staffelleiter der Liga, ehrte nach dem Spiel den Meister TuS Dornberg und übergab an Kapitän Cihan Arslan einen Blumenstrauß sowie einen Ball. Spey, seit neun Jahren in diesem Amt tätig, freute sich, dass in der Endphase des Titelrennens alles so sportlich zugegangen war: „Faule Ergebnisse habe ich nicht ausmachen können“, lobte er besonders Mannschaften wie Verl II, VfB Fichte und Dützen, die bei ihren Spielen gegen die beiden Spitzenteams alles gegeben hätten. Da es auch dem Mindener Steven Jones nach dessen schwerer Kopfverletzung aus dem Spiel gegen Verl II besser gehe, sei dies ein guter Tag für die Landesliga.
Der Staffeltag soll am 26.Juli in Dornberg stattfinden. Dabei wird Spey allen Vereinen mitteilen, dass künftig der elektronische Spielbericht eingeführt wird. Dafür benötigen die Klubs demnächst alle einen Internet-Anschluss. „Wir werden das aber ganz in Ruhe angehen“, versprach Spey.
So sehr Mirko Jerenko über die gesamte Saison betont hat, dass seine Mannschaft ganz alleine für das Erreichen von Zielen verantwortlich sei, so sehr darf er sich nach den Ereignissen des letzten Spieltags beim VfB Fichte bedanken. „Glückwunsch nach Dornberg“, freute sich VfB-Routinier Güven Aydin nach dem 3:3 gegen Union Minden für den innerstädtischen Konkurrenten. Die „Vereinigten“ hatten ihren Worten übrigens Taten folgen lassen: Schließlich hatte Fußball-Chef Dirk Starke schon in der Winterpause die Vision, dem TuS Dornberg am letzten Spieltag beim Erreichen der Meisterschaft helfen zu können. Gesagt, getan. Neben dem Ehrentitel „Pokalhelden“ können sich die Jungs von Mark Sawkill nun auch den Schriftzug „Aufstiegshelfer“ auf ihre Shirts flocken lassen.

Ostfriesischen Blödelbarden beim Lauf um den Stausee eingefangen
Das Personalbuch des Meisters TuS Dornberg / die Besten im Westen im Porträt

Von Werner Jöstingmeyer
und André Paul Landherr
Bielefeld (WB). Beim TuS Dornberg trennte sich rechtzeitig die Spreu vom Weizen. Einige Spieler wurden früh ausgemustert, andere gingen von selbst. Spielführer Cihan Arslan bedauerte zwar, dass die Meistermannschaft aus dem Bielefelder Westen zwar keine »interne Dienstreise« nach Serienschluss organisieren konnte, zollte den Kollegen aber ein dickes Kompliment. »Es passte alles gut zusammen. Deshalb sind wir aufgestiegen. Das Personalbuch:
Cihan Arslan: Der Kapitän des TuS Dornberg verfügt über echte Führungsqualitäten. Er absolviert derzeit ein Referendariat als Deutsch- und Geschichtslehrer an der Luther-Hauptschule. Fußball ist sein großes Hobby. Im März heiratete er seine Freundin Hicran. 24 Stunden später stand er schon wieder im Tor. Cihan ist für jeden Spaß zu haben, kann aber auch auf den Tisch hauen, wenn es der Sache dienlich ist.
Dennis Stork: Der Ersatzkeeper, der nicht zum Einsatz kam, ist ein toller Typ. Er war nie sauer, akzeptierte seine Situation auch aus der Erkenntnis, dass die Landesliga etwas zu hoch für ihn ist. »Storki« wechselt zum A-Kreisliga-Aufsteiger SCB 04/26.
Maik Götting: Der Rechtsaußen konnte in der Hinserie kaum trainieren, weil er sein Abitur an einer Abendschule nachgeholt hat. Der Spaßvogel feiert gerne. So manche Fete wurde ihm zum Verhängnis.
Marc Rohde: Der Linksaußen ist dem TuS im wahrsten Sinne des Wortes zugelaufen. Er begegnetete den Dornberger Fußballern zufällig am Schildescher Obersee und fragte, ob er mitlaufen dürfe. Manager Freese war begeistert, obwohl er den Hamburger zunächst für den ostfriesischen Blödelbarden Otto Waalkes gehalten hatte. »Den müssen wir nehmen.« »Otto« Rohde kam zum Studium nach Bielefeld. Jetzt wechselt er zum VfR Wellensiek.
Mauro Fastellini: Der Stürmer hat mehr Durst als es dem Trainer lieb ist. »Ein Fass ohne Boden«, urteilen die Kollegen. Mauro liebt das Farbenspiel. Jeder Einsatz wurde mindestens mit der Gelben Karte belohnt. Reibt sich mit verbalen Attacken mehr auf, als durch Zweikämpfe.
Matthias Klein: Der Hobby-Golfer im Team. Holt sich seine Platzreife aber lieber am 19. Loch im Clubheim. Wohnt direkt am Dornberger Freibad, schafft es aber auch im Sommer regelmäßig zum Training. Konnte bisher erfolgreich verhindern, dass seine Freundin bei ihm einzieht. Dabei hat sie für eine Spielerfrau einen so vielversprechenden Namen: Claudia Effenberger
Alis Hasic: Der Lockere der Hasic-Zwillingen. Mit seiner Lockerheit wäre es aber wohl erst einmal vorbei gewesen, hätte sein verschossener Strafstoß im Saisonfinale Konsequenzen gehabt. Nach langer Verletzung ein unheimlich wichtiger Spieler in der Innenverteidigung des Meisters.
Adis Hasic: Adis ist immer etwas ernster als Alis. Lebt wie sein Bruder für den Fußball. Der Ehrgeiz geht manchmal so weit, dass er sich Wortgefechte mit seinem Zwilling liefert, in denen nicht nur nette Worte fallen. Jonglierte schon drei Wochen nach seiner Kreuzband-OP wieder mit dem Ball.
Sebastian Block: Der angehende Lehramtsanwärter spielte eine tolle erste Saison beim TuS. Seine künftigen Schüler können sich schon darauf gefasst machen, dass kein anderer so viel dummes Zeug am Stück reden kann, wie Block. Er hofft, sein bevorstehendes Referendariat in der Nähe absolvieren zu können.
Tolga Evcimen: Der erfolgreichste Torschütze der Saison überraschte zum Saisonabschluss mit seinem Auftritt im DJ-Ötzi-Look. Ist Arbeitskollege und rechte Hand von Manager Freese, vor dem er auch ein bißchen Angst hat. Fehlt bei keiner Trainingseinheit, um sich eine Standpauke am nächsten Tag zu ersparen.
Jens Hirsig: Zur Winterpause dazugestossen und schon während der Hallensaison von Manager Freese als Fehleinkauf bezeichnet. Unter freiem Himmel war der Nachwuchsspieler, der in der Jugend bei Werder Bremen kickte, aber eine echte Bereicherung.
Ramazan Bas: Der »Zwillingsbruder« von Evcimen, so dass er zur kommenden Saisonvorbereitung ebenfalls mit blondem Haar erwartet wird. Auf dem Platz manchmal zu eigensinnig und auf das eigene Trefferkonto fixiert.
Philiip Rössler: Vor dem Saison von Co-Trainer Aydinel im »Cafe Europa« verpflichtet. Will fußballerisch ganz hoch hinaus, deshalb hat ihn sein Berater für die nächste Saison beim Landesligisten Herford untergebracht. Vielleicht hätte man ihm sagen sollen, dass die Westfalenliga eine höhere Klasse ist.
Piet Spilker: Der »Schweiger« beim TuS. Spilker in einer Krisensitzung auf die Aufforderung von Cihan Arslan, auch einmal etwas beizutragen: »Was soll ich dazu sagen?« Erst nach ein paar alkoholischen Getränken taut der ehemalige Jöllenbecker, der noch mit seinen ehemaligen Mitspielern auf Mannschaftsfahrt geht, auf und wird dann auch etwas anhänglich.
Collja Castillo: Der Verteidiger ist etwas übergewichtig. Er lebt für und mit dem TuS Dornberg. Collja trainiert zudem die C-Jugend, wohnt deshalb sozusagen auf dem Sportplatz am Mühlenbrink. Sportlich hat er sich gut entwickelt, profitierte von der Verletzung von Alis Hasic.
Willi Capsa: Er ist Dornbergs Rekordaufsteiger und war schon dabei, als der TuS seinen Siegeszug in der Kreisliga C begann und sich fünf Jahre später in der Landesliga wiederfand. Willi gilt als letzter Dornberger Straßenfußballer.
Philipp Castillo: Der jüngere Castillo hat sich als Einwechselkönig einen Namen gemacht. Im Mittelfeld erinnert er an die Glanztage von Papa »Paco« Castillo. Sehr quirlig, aber vom Charakter her deutlich ruhiger als Bruder Collja.
Tamer Canpulat: Ein sehr ruhiger Typ, der wenig von sich preis gibt. Die Kollegen erschrecken schon mal, wenn der Stürmer zum Dialog ansetzt.
Hans-Werner Freese: Der personifizierte TuS Dornberg. Lebt für den Verein und wacht mit Argusaugen darüber, dass wirklich alle Spieler regelmäßig trainieren. Er ist nicht zufriedenzustellen und findet auch nach acht Siegen in Folge noch mindestens ein Haar in der Suppe. Akzeptiert vor allem kein Fehlen beim Training, auch dann nicht, wenn der Hund Namenstag hat.
Trainer Mirko Jerenko: Der Polizeibeamte kann sehr lustig sein, ist es aber nach Ansicht seiner Spieler zu wenig. Der Meistermacher liebt zuweilen unkonventionelle Trainingseinheiten. In Erinnerung ist eine Übungseinheit in Bad Salzuflen geblieben, wo Möbel schleppen und Einzugshilfe auf dem Programm standen.
Aykut Aydinel: Der Co-Trainer ist der Gegenpart zu seinem Chef Jerenko. Er ist Animateur und Motivator zugleich. Manchmal aber auch zu sehr Freund als Autoritätsperson.
Thomas Nottebrock: Der Betreuer gilt als Beichtvater der Truppe. Er ist die Vorstufe zum strengeren Manager Hans-Werner Freese. Thomas ist immer präsent.
Ricky Höhle: Als Zeugwart unentbehrlich. Sein Geschmack ist legendär. Unter seiner Regie würden die TuS-Kicker auch auf dem Laufsteg eine gute Figur abgeben.
Betreuer Dietmar Mittwer: Betätigt sich oft als gut informierter Pressesprecher. Der ehemalige Dornberger Liga-Spieler hat nach Teutonia Altstadt seine Liebe zum TuS neu entdeckt.
Birte Wilken: Die Physiotherapeutin gilt als »Mädchen für alles«. Sie wurde im April Mutter. Ihr Mann Jakob ist mit Sohn Kimi auch bei den Spielen immer dabei.

02.06.2008   AUFSTEIGER!!

Die Freude ist kaum auszuhalten
FUSSBALL-LANDESLIGA: Dornberg steigt trotz 0:1 in Dützen in die Verbandsliga auf

Dützen. „57 Jahre musste ich alt werden, um so ein Szenario einmal zu erleben.“ Dornbergs Sportdirektor Hans-Werner Freese war nach dem 0:1 seiner Mannschaft in Dützen, das trotz der Niederlage dank der gütigen Mithilfe des VfB Fichte den Aufstieg in die Verbandsliga bedeutete, völlig fertig.
Ja. Fertig waren sie alle, und der Jubel stellt sich beim Landesliga-Meister nur schleppend ein. Dann knallen aber doch die Korken, die roten Meistertrikots werden angezogen und tosender Jubel kommt auf. „Ich habe noch nie solche Gefühlswallungen erlebt, alles ist kaum auszuhalten“, erzählte Mauro Fastellini später.
Natürlich wurde Dornbergs Bank, auf der Kotrainer Aykut Aydinel den Kontakt zur Rußheide hielt, von den Geschehnissen in Bielefeld unterrichtet. Dabei hätten die „Besten im Westen“ es sich doch einfach machen können. Ein einziges Törchen hätte die Frage nach dem Aufsteiger nie aufkommen lassen. Doch es fiel nicht. „Wir brauchen dringend einen Knipser, so geht es nicht weiter“, meinte ein völlig genervter Coach Mirko Jerenko. Der hatte wie viele der 300 Zuschauer, darunter gut die Hälfte aus Bielefeld, gesehen, dass der TuS Dornberg über 90 Minuten völlig überlegen agierte, aber das Tor einfach nicht traf: Hier einige Beispiele: Ramazan Bas vergibt schon in der dritten Minute, kaum sechzig Sekunden später rauft sich Tolga Evcimen das Haar, das er sich eigens für das Spiel hat blond färben lassen. Dann ist es wieder Evcimen, der nach einer Flanke von Piet Spilker am Tor vorbei grätscht (33.). Auf der Gegenseite macht es Dützens Torjäger Sascha Schumann besser. Mit seinem 22. Saisontreffer sorgt er für das 1:0 für die Freien Turner – der Treffer des Tages, was zu diesem Zeitpunkt aber noch niemand ahnen konnte.
Nach dem Wechsel wurde die Angelegenheit in Dützen noch einseitiger, doch wie schon vor der Pause wollte ein Tor nicht fallen. Dass dann selbst der vergebene Elfmeter von Alis Hasic (90.) von Dützens vorzüglichem Keeper Marco Zeilinger gehalten wurde, war fast folgerichtig
Zu diesem Zeitpunkt war der Aufstieg aber schon perfekt. Mit den in solchen Situationen üblichen Sekt- und Bierduschen wurde die Meisterschaft dann gebührend gefeiert. „Dafür haben wir das ganze Jahr gearbeitet“, triumphierte Willy Capsa und Trainer Mirko Jerenko analysierte glücklich im nassen Hemd: „Nach dem Neuaufbau der Mannschaft vor dieser Saison ist das ein toller Erfolg. Egal wie. Schließlich haben wir am Ende einen Punkt mehr als unser härtester Konkurrent.“
Auch Hartmut Ostrowski, Vorstandvorsitzender der Bertelsmann AG und zweiter Vorsitzender des TuS Dornberg, wurde Zeuge der einseitigen, aber rassigen Partie und meinte: „Ich bin stolz auf unsere Mannschaft, auch wenn das heute daneben ging.“
Stolz waren sie am Ende dann auch alle und feierten das freudige Ereignis bis tief in die Nacht.

»Westfalenliga, wir kommen:« Dornberg feiert Meisterschaft
Jerenko-Elf verliert in Dützen 0:1 und steigt trotzdem auf

Von André Paul Landherr
Dützen (WB). Es ist vollbracht. Der TuS Dornberg steigt trotz einer 0:1 (0:1)-Niederlage bei den FT Dützen in die Westfalenliga auf. Das Team von Mirko Jerenko profitierte vom Punktgewinn des VfB Fichte gegen Union Minden.
Bereits drei Minuten waren in Dützen nachgespielt, als Alis Hasic die Chance hatte, durch den Ausgleichstreffer die Meisterschaft perfekt zu machen. Nach einem Foul an Tolga Evcimen hatte der Schiedsrichter auf Strafstoß entschieden, Hasic aber scheiterte am überragenden FT-Torwart Zeilinger. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel auf der Rußheide schon beendet und der Dornberger Aufstieg gesichert. Grenzenlos war der Jubel, nachdem der Unparteiische das Spiel unmittelbar nach dem verschossenen Strafstoß abpfiff.
»Als ich das Ergebnis von der Rußheide gehört habe, musste ich an Schalke denken«, erinnerte sich Mirko Jerenko an die verpasste Meisterschaft des Revierclubs und vergewisserte sich noch einmal, ob das Ergebnis wirklich amtlich ist. Union Minden schaffte aber nicht mehr, was damals dem Münchner Patrik Andersson geglückt war.
Der TuS stellte in Dützen über weite Strecken das bessere Team und hatte in der ersten Hälfte durch Adis Hasic, Tolga Evcimen und Ramazan Bas gute Einschussmöglichkeiten. Wie aus heiterem Himmel fiel dann zwei Minuten vor der Pause der Führungstreffer für die Gastgeber. Stefan Schumann, der nach dem Spiel von Staffelleiter Friedhelm Spey die Torjägerkanone erhielt, markierte seinen 22. Saisontreffer.
Auch nach dem Seitenwechsel bestimmte der Tabellenführer das Spiel und erarbeitete sich Chancen fast im Minutentakt. Dennoch war den Spielern eine gewisse Nervosität anzumerken, und zwischen den Dützener Pfosten stand der etatmäßige Torwarttrainer Zeilinger, der einen Glanztag erwischt hatte.
In der 52. Minute verweigerte der Schiedsrichter dem TuS zudem einen klaren Strafstoß. Ein Dützener Verteidiger nahm bei einem Querpass von Evcimen auf Bas im Strafraum die Hand zur Hilfe und verhinderte damit eine gute Möglichkeit für Dornberg.
Zwischen der 55. und 60. Minute war es dann Cihan Arslan, der sein Team mit einigen guten Paraden weiter im Spiel hielt.
Die beste Chance vergab in der 69. Minute allerdings Mauro Fastellini, der freistehend aus fünf Metern den Torwart anschoss. »Wir haben in der zweiten Hälfte alles gegeben, für einige Spieler war aber wohl die nervliche Belastung zu viel«, fand Trainer Jerenko Gründe für das Auslassen der zahlreichen Torchancen. Mit fortlaufender Spielzeit wurde es deshalb immer interessanter, wie es zwischen Fichte und Minden steht.
Als die Nachricht vom Mindener Ausgleich und dem Platzverweis des VfB Fichte-Keepers die Runde machte, stieg die Nervosität bei den Dornberger Zuschauer minütlich an. Als dann endlich der Schlusspfiff von der Rußheide vermeldet wurde, jubelte der Anhang, obwohl auf dem Platz noch gespielt wurde. Genau in diesem Moment stand Hasic am Elfmeterpunkt bereit. Allerdings wird er vor seinem Schuss noch nicht gewusst haben, dass es seines Treffers nicht mehr bedurfte.
Gerade er müsste sich bei jedem einzelnen VfB Fichte-Spieler persönlich bedanken. Ihnen hat er es zu verdanken, dass er nicht zum tragischen Helden geworden ist.
TuS Dornberg: Arslan – Hirsig, Spilker, Ad. Hasic, Al. Hasic, Klein, Rössler (64. Capsa), Fastellini (78. Canpulut), Block, Evcimen, Bas
Tor: 1:0 Schumann (43.).

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